Kostümforum: die Plattform für Kostümbildner/-innen und Kostümschaffende

Einige meiner früheren Kommilitoninnen im Modedesignstudium haben sich nach dem Abschluss entschlossen, Kostümbildner am Theater oder beim Film zu werden. Viele von Ihnen hangelten sich von einem Praktikum zum nächsten und machten dann eine Umschulung für einen „soliden Job“.

Von extremen Arbeitszeiten, niedrigem bis gar keinem Lohn und starker Konkurrenz wurde mir erzählt. All das kennt Andrea Riedel, die Gründerin des Kostümforums. Sie arbeitet seit 15 Jahren als Kostümbildnerin. Ein Frauenberuf, wie sie sagt. Das erklärt ihrer Meinung nach auch, warum die Bezahlung schlecht ist. Frauen gäben sich leichter geschlagen bei Gehaltsverhandlungen und wollten eher auf „Nummer sicher“ gehen, um den Job auch zu bekommen.

Als Dozentin an der UdK besprach sie das Thema oft mit Kollegen und Studenten. So entstand die Idee eines Forums über das ein Austausch möglich werden sollte. Vor allem Berufsanfänger wissen oft nicht, dass sie für ihre Leistungen viel mehr bekommen könnten. So dient das Kostümforum als virtueller Treffpunkt, um sich über Gagen, Produktionen, Arbeitsverträge und dergleichen zu informieren und von der Erfahrung der „alten Hasen“ des Business‘ zu profitieren.

Um das Forum zu nutzen ist eine einfache Anmeldung notwendig. Jedem neuen Mitglied bietet Andrea ihre Freundschaft an. Ob Kostümbildner/-innen für Theater, Film und Fernsehen, Gewandmeister/-innen, Nachwuchs der Kostümberufe, Filmproduzenten, Regisseure/-innen und Choreographen, jeder Neuankömmling wird in die richtigen Gruppen eingeführt, um von dort aus zu jedem Mitglied Kontakt aufnehmen zu können.

Die Gruppe der Kostümbildner/-innen etwa ist privat und man braucht eine Einladung. Das Kostümforum hat nunmehr über 180 Mitglieder aus Theater, Oper und Film. Zur Zeit finden sich auch immer wieder Stellenangebote für Kostümbildassistenzen und Kostümschaffende auf dem Blog des Forums. Andrea legt bei ihrer Vorauswahl der Angebote großen Wert auf eine angemessene Bezahlung. So finden sich beispielsweise keine Annoncen für unbezahlte Praktikumsplätze auf dem Blog..

Die Außendarstellung des Berufes ist Andrea ein weiteres großes Anliegen. Die Komplexität des Kostümschaffens aufzuzeigen. Denn auch viele Regisseure haben keine Vorstellung davon, wie umfangreich die Aufgaben sind. Über die Budgetplanung, das Entwerfen und Herstellen von Kostümen für hunderte, manchmal tausende von Schauspielern und Komparsen hin zum Einfühlungsvermögen, das man braucht, um den Schauspieler dabei zu begleiten nicht nur in seine Rolle, sondern auch in sein Kostüm zu „finden“, sind nur ein paar der zahllosen Puzzlestücke, die der Kostümbildner zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen muss.

Alle Dienste, die das Forum bietet, sind für Menschen, die im Bereich Oper, Theater und Film tätig sind, eine sehr große Bereicherung. Ich mag die Idee sehr und bin immer wieder begeistert von der Macht der Netzwerke. Die Seite wurde übrigens von Andreas Freund gebaut. Geplant ist, bald auch die Möglichkeit zu haben, sich im Profil mit einem Album aus Bildern noch besser präsentieren zu können. Ich freue mich, dass ich dieses spannende Projekt kennenlernen durfte und bin gespannt darauf, welche Ideen Andrea in Zukunft noch so haben wird.

Auf dem Bild am Anfang des Eintrags seht Ihr Studierende des Studiengangs Kostümbild der UdK. Auf dem Bild oben Andrea Riedel, die Gründerin des Kostümforums. Alle Fotos sind von ihr.

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2 Antworten auf Kostümforum: die Plattform für Kostümbildner/-innen und Kostümschaffende

  1. gute und interessante post … mir komt vieles sehr bekannt vor …

    ich gehöre zu denen die wirklich bühne – und kostümbild studiert haben. auch ich zähle zu denen, die sich aus wirtschaftlichen und/oder konkurrenz (dadurch leider auch motivations) gründen für eine weniger künstlerische erwerbstätgkeit entschieden haben. letztendlich bin ich ziemlich happy damit. nun schlage ich mich im hintergrund – rein organisatorisch – mit den künstlern herum … hahaha, auch ein spass.

    http://wardrobexperience.blogspot.de

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